EINE IDEE KOMMT INS ROLLEN

Was 25 Cent in Österreich verändert haben

Österreichs Einwegpfand übertraf sein erstes Sammelziel. Das zeigt, wie schnell eine neue Rückgaberoutine greift.

Junger Erwachsener nutzt das Einwegpfand in Österreich an einem Rückgabeautomaten in Wien
Junger Erwachsener nutzt das Einwegpfand in Österreich an einem Rückgabeautomaten in Wien
iksHaus | KI-generiert nach redaktioneller Konzeption, 2026 | EDITOR: iksHaus
August 20, 2026

Das Einwegpfand in Österreich hat sein erstes Sammelziel bereits im ersten Jahr übertroffen. Seit dem 1. Jänner 2025 werden für pfandpflichtige Kunststoffflaschen und Metalldosen 25 Cent verrechnet. 2025 erreichte das System eine offizielle Sammelquote von 81,5 Prozent. Möglich wurde das durch neue Technik, Tausende Rückgabestellen und die Beteiligung von Millionen Menschen.

Einwegpfand in Österreich übertrifft das erste Ziel

Menschen nutzen das Einwegpfand in Österreich in einem Wiener Supermarkt

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Vor der Einführung des Pfands konnten leere Flaschen und Dosen im Restmüll, in öffentlichen Abfallbehältern oder auf dem Boden landen. Auch korrekt gesammelte Verpackungen waren häufig mit anderen Materialien vermischt. Verunreinigungen erschwerten hochwertiges Recycling.

Mit dem Pfand bleibt eine leere Verpackung 25 Cent wert. Sie wird aufbewahrt und bei einem späteren Einkauf zurückgegeben. Das macht sichtbar, dass Kunststoff und Metall nach dem Austrinken weiterhin nutzbare Rohstoffe sind.

Nach Angaben des österreichischen Umweltministeriums kamen 2025 rund zwei Milliarden pfandpflichtige Kunststoffflaschen und Metalldosen auf den Markt. Bis zum Jahresende wurden etwa 1,4 Milliarden Verpackungen zurückgegeben. Bei der offiziellen Berechnung wurden auch unterschiedliche Verpackungsgewichte sowie die durchschnittliche Zeit zwischen Verkauf und Rückgabe berücksichtigt.

Damit ergab sich eine Sammelquote von 81,5 Prozent. Das erste staatliche Ziel von 80 Prozent wurde bereits im Übergangsjahr überschritten. Bis 2027 soll die Quote auf 90 Prozent steigen.

Die Rückgabe wird Teil des Alltags

Mehrere Menschen bringen unbeschädigte Kunststoffflaschen und Dosen zu Rückgabeautomaten in Wien

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Die zentrale Handlung ist einfach: Verpackung kaufen, austrinken, unbeschädigt zurückbringen und 25 Cent erhalten. Erfasst werden Kunststoffflaschen und Metalldosen mit einer Füllmenge von 0,1 bis 3 Litern. Sie tragen ein österreichisches Pfandlogo und werden anhand ihres Strichcodes erkannt.

Flaschen und Dosen dürfen nicht vollständig zerdrückt sein. Das Etikett und der Strichcode müssen lesbar bleiben. Der Verschluss kann auf der Flasche bleiben und wird mit ihr recycelt.

In Österreich gibt es rund 16.300 Rückgabestellen. Mehr als 6.400 davon verfügen über Automaten. Etwa 98 Prozent der Verpackungen werden mit diesen Geräten zurückgebracht. Ein durchschnittlicher Rückgabevorgang umfasst etwa 13 Flaschen und Dosen.

Eine repräsentative Befragung im Auftrag von Recycling Pfand Österreich ergab, dass rund drei Viertel der Befragten das System befürworteten. 85 Prozent fühlten sich ausreichend informiert. Für viele war eine sauberere Umwelt der wichtigste wahrgenommene Vorteil.

So gelangt das Material zurück in den Kreislauf

PET Flaschen werden in einer österreichischen Recyclinganlage sauber nach Material sortiert

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Nach der Rückgabe gelangen Flaschen und Dosen in einen eigenen Materialkreislauf. Automaten erkennen die Verpackungen anhand des Strichcodes. Je nach technischer Ausstattung werden sie verdichtet, getrennt gesammelt und zu Sortierbetrieben oder Recyclinganlagen transportiert.

PET-Flaschen werden nach Material und teilweise nach Farbe sortiert. Danach werden sie zerkleinert, gereinigt und zu recyceltem PET verarbeitet. Daraus können wieder Getränkeflaschen entstehen.

Auch Aluminium und Stahl werden sortenrein erfasst, aufbereitet und eingeschmolzen. Die getrennte Sammlung ist entscheidend für die Qualität. Sauberes und einheitliches Ausgangsmaterial lässt sich eher wiederverwenden für hochwertige Getränkeverpackungen.

Das Pfandsystem erhöht damit nicht nur die Sammelmenge. Es verbessert auch die Qualität der zurückgewonnenen Rohstoffe.

Recycling beginnt beim Verpackungsdesign

Nach den aktuellen Registrierungsdaten sind 99,5 Prozent der im österreichischen Pfandsystem erfassten Verpackungen recyclingfähig. Berücksichtigt wird, welcher Gewichtsanteil tatsächlich recycelt werden kann. Dazu zählen neben dem Behälter auch Verschlüsse und Etiketten.

Bei neuen Kunststoffflaschen im Einwegsystem liegt der Anteil recyceltem Material bereits bei mehr als 60 Prozent. Damit liegt Österreich über der seit 2025 geltenden europäischen Mindestvorgabe von 25 Prozent für PET-Getränkeflaschen.

Das Prinzip der Ökomodulation schafft zusätzliche Anreize. Hersteller zahlen abhängig davon, wie gut ihre Verpackungen recycelbar sind. Laut Recycling Pfand Österreich wurden bereits im ersten Jahr Etiketten leichter ablösbar gemacht, Klebstoffe angepasst und Verpackungsgewichte reduziert.

Getränkehersteller besitzen außerdem ein Vorkaufsrecht auf zurückgegebenes und sortiertes Material. So kann hochwertiges Recyclingmaterial im österreichischen Getränkekreislauf bleiben.

Das Pfand verändert auch den öffentlichen Raum

Das Umweltministerium führte den Erfolg ausdrücklich auf die aktive Beteiligung der Bevölkerung zurück. Bereits im ersten Jahr seien im öffentlichen Raum merklich weniger weggeworfene Flaschen und Dosen zu verzeichnen gewesen.

In Wien kann dieser Effekt besonders an Orten sichtbar werden, an denen Getränke unterwegs konsumiert werden. Eine zurückgelassene Verpackung behält ihren Pfandwert und kann von einer anderen Person zurückgegeben werden.

Das informelle Sammeln verweist zugleich auf soziale Ungleichheit, wenn Menschen damit ihr Einkommen ergänzen. Halterungen an öffentlichen Abfallbehältern können eine respektvollere Abgabe ermöglichen, weil Flaschen und Dosen erreichbar bleiben, ohne dass jemand in den Behälter greifen muss.

Mehrweg bleibt die ressourcenschonendere Wahl

Der Erfolg des Einwegpfands macht eine Verpackung nicht automatisch ökologisch ideal. Eine Einwegflasche wird nach einmaliger Nutzung zerkleinert, gereinigt und neu verarbeitet. Dafür werden Energie und zusätzliches Material benötigt. Auch bei gutem Recycling entstehen Verluste.

Mehrwegflaschen werden gereinigt und wiederbefüllt. Je nach System können Flaschen aus Glas oder Kunststoff mehrfach verwendet werden. Regionale Mehrwegsysteme vermeiden dadurch Verpackungsmüll und benötigen weniger neue Rohstoffe.

DIE UMWELTBERATUNG fasst den Unterschied so zusammen: Einwegpfand verbessert das Recycling, Mehrweg verhindert Abfall vor seiner Entstehung. Beide Ansätze müssen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Eine geteilte Verantwortung

Die Einführung erforderte eine gleichzeitige Umstellung zahlreicher Abläufe. Der Handel benötigte neue oder angepasste Automaten. Kleine Verkaufsstellen mussten eine manuelle Rücknahme ermöglichen oder mit nahegelegenen Rückgabestellen kooperieren. Hersteller registrierten die Verpackungen und versahen sie mit den erforderlichen Symbolen und Strichcodes.

Der gesetzliche Rahmen, recyclingfähiges Produktdesign, eine flächendeckende Rückgabe und die Beteiligung der Bevölkerung greifen ineinander. Das erste Jahr zeigt, dass ökologische Veränderung rasch zur Routine werden kann, wenn ein System verständlich und praktisch ist.

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FAQ

Seit wann gilt das Einwegpfand in Österreich?

Es gilt seit dem 1. Jänner 2025. Seit 2026 dürfen betroffene Verpackungen nur noch mit registriertem Pfandlogo verkauft werden.

Wie hoch ist das Einwegpfand?

Für jede pfandpflichtige Einweggetränkeverpackung werden 25 Cent verrechnet und bei ordnungsgemäßer Rückgabe erstattet.

Welche Verpackungen sind erfasst?

Erfasst sind Kunststoffflaschen und Metalldosen mit einer Füllmenge von 0,1 bis 3 Litern und mit österreichischem Pfandlogo.

Warum dürfen Flaschen und Dosen nicht zerdrückt sein?

Rückgabeautomaten müssen Form, Pfandlogo und Strichcode erkennen können. Stark beschädigte Verpackungen können abgelehnt werden.

Ist Einwegpfand oder Mehrweg besser?

Einwegpfand verbessert Sammlung und Recycling. Mehrweg ist meist ressourcenschonender, weil die Verpackung gereinigt und mehrfach befüllt wird.