Das Einwegpfand in Österreich hat sein erstes Sammelziel bereits im ersten Jahr übertroffen. Seit dem 1. Jänner 2025 werden für pfandpflichtige Kunststoffflaschen und Metalldosen 25 Cent verrechnet. 2025 erreichte das System eine offizielle Sammelquote von 81,5 Prozent. Möglich wurde das durch neue Technik, Tausende Rückgabestellen und die Beteiligung von Millionen Menschen.
Einwegpfand in Österreich übertrifft das erste Ziel

iksHaus | KI-generiert nach redaktioneller Konzeption, 2026
Vor der Einführung des Pfands konnten leere Flaschen und Dosen im Restmüll, in öffentlichen Abfallbehältern oder auf dem Boden landen. Auch korrekt gesammelte Verpackungen waren häufig mit anderen Materialien vermischt. Verunreinigungen erschwerten hochwertiges Recycling.
Mit dem Pfand bleibt eine leere Verpackung 25 Cent wert. Sie wird aufbewahrt und bei einem späteren Einkauf zurückgegeben. Das macht sichtbar, dass Kunststoff und Metall nach dem Austrinken weiterhin nutzbare Rohstoffe sind.
Nach Angaben des österreichischen Umweltministeriums kamen 2025 rund zwei Milliarden pfandpflichtige Kunststoffflaschen und Metalldosen auf den Markt. Bis zum Jahresende wurden etwa 1,4 Milliarden Verpackungen zurückgegeben. Bei der offiziellen Berechnung wurden auch unterschiedliche Verpackungsgewichte sowie die durchschnittliche Zeit zwischen Verkauf und Rückgabe berücksichtigt.
Damit ergab sich eine Sammelquote von 81,5 Prozent. Das erste staatliche Ziel von 80 Prozent wurde bereits im Übergangsjahr überschritten. Bis 2027 soll die Quote auf 90 Prozent steigen.
Die Rückgabe wird Teil des Alltags

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Die zentrale Handlung ist einfach: Verpackung kaufen, austrinken, unbeschädigt zurückbringen und 25 Cent erhalten. Erfasst werden Kunststoffflaschen und Metalldosen mit einer Füllmenge von 0,1 bis 3 Litern. Sie tragen ein österreichisches Pfandlogo und werden anhand ihres Strichcodes erkannt.
Flaschen und Dosen dürfen nicht vollständig zerdrückt sein. Das Etikett und der Strichcode müssen lesbar bleiben. Der Verschluss kann auf der Flasche bleiben und wird mit ihr recycelt.
In Österreich gibt es rund 16.300 Rückgabestellen. Mehr als 6.400 davon verfügen über Automaten. Etwa 98 Prozent der Verpackungen werden mit diesen Geräten zurückgebracht. Ein durchschnittlicher Rückgabevorgang umfasst etwa 13 Flaschen und Dosen.
Eine repräsentative Befragung im Auftrag von Recycling Pfand Österreich ergab, dass rund drei Viertel der Befragten das System befürworteten. 85 Prozent fühlten sich ausreichend informiert. Für viele war eine sauberere Umwelt der wichtigste wahrgenommene Vorteil.
So gelangt das Material zurück in den Kreislauf

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Nach der Rückgabe gelangen Flaschen und Dosen in einen eigenen Materialkreislauf. Automaten erkennen die Verpackungen anhand des Strichcodes. Je nach technischer Ausstattung werden sie verdichtet, getrennt gesammelt und zu Sortierbetrieben oder Recyclinganlagen transportiert.
PET-Flaschen werden nach Material und teilweise nach Farbe sortiert. Danach werden sie zerkleinert, gereinigt und zu recyceltem PET verarbeitet. Daraus können wieder Getränkeflaschen entstehen.
Auch Aluminium und Stahl werden sortenrein erfasst, aufbereitet und eingeschmolzen. Die getrennte Sammlung ist entscheidend für die Qualität. Sauberes und einheitliches Ausgangsmaterial lässt sich eher wiederverwenden für hochwertige Getränkeverpackungen.
Das Pfandsystem erhöht damit nicht nur die Sammelmenge. Es verbessert auch die Qualität der zurückgewonnenen Rohstoffe.
Recycling beginnt beim Verpackungsdesign
Nach den aktuellen Registrierungsdaten sind 99,5 Prozent der im österreichischen Pfandsystem erfassten Verpackungen recyclingfähig. Berücksichtigt wird, welcher Gewichtsanteil tatsächlich recycelt werden kann. Dazu zählen neben dem Behälter auch Verschlüsse und Etiketten.
Bei neuen Kunststoffflaschen im Einwegsystem liegt der Anteil recyceltem Material bereits bei mehr als 60 Prozent. Damit liegt Österreich über der seit 2025 geltenden europäischen Mindestvorgabe von 25 Prozent für PET-Getränkeflaschen.
Das Prinzip der Ökomodulation schafft zusätzliche Anreize. Hersteller zahlen abhängig davon, wie gut ihre Verpackungen recycelbar sind. Laut Recycling Pfand Österreich wurden bereits im ersten Jahr Etiketten leichter ablösbar gemacht, Klebstoffe angepasst und Verpackungsgewichte reduziert.
Getränkehersteller besitzen außerdem ein Vorkaufsrecht auf zurückgegebenes und sortiertes Material. So kann hochwertiges Recyclingmaterial im österreichischen Getränkekreislauf bleiben.
Das Pfand verändert auch den öffentlichen Raum
Das Umweltministerium führte den Erfolg ausdrücklich auf die aktive Beteiligung der Bevölkerung zurück. Bereits im ersten Jahr seien im öffentlichen Raum merklich weniger weggeworfene Flaschen und Dosen zu verzeichnen gewesen.
In Wien kann dieser Effekt besonders an Orten sichtbar werden, an denen Getränke unterwegs konsumiert werden. Eine zurückgelassene Verpackung behält ihren Pfandwert und kann von einer anderen Person zurückgegeben werden.
Das informelle Sammeln verweist zugleich auf soziale Ungleichheit, wenn Menschen damit ihr Einkommen ergänzen. Halterungen an öffentlichen Abfallbehältern können eine respektvollere Abgabe ermöglichen, weil Flaschen und Dosen erreichbar bleiben, ohne dass jemand in den Behälter greifen muss.
Mehrweg bleibt die ressourcenschonendere Wahl
Der Erfolg des Einwegpfands macht eine Verpackung nicht automatisch ökologisch ideal. Eine Einwegflasche wird nach einmaliger Nutzung zerkleinert, gereinigt und neu verarbeitet. Dafür werden Energie und zusätzliches Material benötigt. Auch bei gutem Recycling entstehen Verluste.
Mehrwegflaschen werden gereinigt und wiederbefüllt. Je nach System können Flaschen aus Glas oder Kunststoff mehrfach verwendet werden. Regionale Mehrwegsysteme vermeiden dadurch Verpackungsmüll und benötigen weniger neue Rohstoffe.
DIE UMWELTBERATUNG fasst den Unterschied so zusammen: Einwegpfand verbessert das Recycling, Mehrweg verhindert Abfall vor seiner Entstehung. Beide Ansätze müssen nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Eine geteilte Verantwortung
Die Einführung erforderte eine gleichzeitige Umstellung zahlreicher Abläufe. Der Handel benötigte neue oder angepasste Automaten. Kleine Verkaufsstellen mussten eine manuelle Rücknahme ermöglichen oder mit nahegelegenen Rückgabestellen kooperieren. Hersteller registrierten die Verpackungen und versahen sie mit den erforderlichen Symbolen und Strichcodes.
Der gesetzliche Rahmen, recyclingfähiges Produktdesign, eine flächendeckende Rückgabe und die Beteiligung der Bevölkerung greifen ineinander. Das erste Jahr zeigt, dass ökologische Veränderung rasch zur Routine werden kann, wenn ein System verständlich und praktisch ist.
