Der Übergang von der Schule ins Berufsleben sollte neue Möglichkeiten eröffnen. Doch für einen Teil der jungen Menschen in Österreich beginnt damit eine schwierige Phase. Besonders Jugendliche mit Migrationshintergrund stehen statistisch häufiger außerhalb von Ausbildung und Beschäftigung.
Der erste Lebenslauf. Die erste Bewerbung. Vielleicht auch die erste Absage. Für viele junge Menschen gehören diese Erfahrungen zum Erwachsenwerden. Wer nach der Schule eine Lehrstelle findet, ein Studium beginnt oder den ersten Arbeitsplatz antritt, gewinnt nicht nur neue Aufgaben, sondern auch Selbstständigkeit.
Doch was passiert, wenn dieser Schritt nicht gelingt? Wenn Bewerbungen unbeantwortet bleiben oder die eigenen Qualifikationen nicht zu verfügbaren Möglichkeiten passen, kann aus einer Übergangsphase eine längere Zeit der Unsicherheit werden.
Junge Menschen: Eine Zahl, hinter der unterschiedliche Lebensgeschichten stehen

iksHaus | KI-generiert nach redaktioneller Konzeption, 2026
Die Statistik Austria untersucht den Anteil junger Menschen, die weder beschäftigt noch in Ausbildung oder Weiterbildung sind. International wird dafür die Abkürzung NEET verwendet: Not in Employment, Education or Training.
Im Jahr 2024 lag dieser Anteil bei den 15- bis 24-Jährigen in Österreich insgesamt bei neun Prozent. Bei jungen Menschen ohne Migrationshintergrund betrug er sieben Prozent, bei Gleichaltrigen mit Migrationshintergrund 13 Prozent.
Diese Zahlen weisen auf Unterschiede hin. Sie erklären jedoch nicht automatisch deren Ursachen. Hinter einem solchen Status können familiäre Verpflichtungen, persönliche Krisen, gesundheitliche Probleme, Orientierungsschwierigkeiten oder strukturelle Hindernisse stehen. NEET bedeutet nicht automatisch fehlende Motivation.
Nicht jeder beginnt unter denselben Bedingungen

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Ob junge Menschen ihren beruflichen Weg finden, hängt von mehreren Faktoren ab. Wer Eltern hat, die mit dem österreichischen Bildungssystem vertraut sind, erhält möglicherweise schneller Unterstützung bei der Wahl einer Schule, einer Lehre oder eines Studiums.
Auch finanzielle Ressourcen können eine Rolle spielen. Nachhilfe, ein ruhiger Lernplatz oder die Möglichkeit, längere Ausbildungswege zu finanzieren, sind nicht überall selbstverständlich. Hinzu kommen Sprachbarrieren, fehlende Kontakte und Schwierigkeiten beim Anerkennen von im Ausland erworbenen Qualifikationen.
Das bedeutet nicht, dass Herkunft über die Fähigkeiten eines Kindes entscheidet. Bildungswege werden jedoch durch soziale und wirtschaftliche Voraussetzungen mitgeprägt.
Zwischen Schule, Lehre und Arbeitsmarkt

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Österreich bietet verschiedene Wege in den Beruf. Neben Schulen spielt die Lehre eine zentrale Rolle. Jugendcoaching begleitet Jugendliche bei Bildungs- und Berufsentscheidungen; AusbildungsFit unterstützt junge Menschen dabei, Voraussetzungen für eine weiterführende Ausbildung aufzubauen.
Die Existenz solcher Programme beantwortet nicht, ob alle rechtzeitig davon erfahren, die Angebote verstehen und tatsächlich Zugang erhalten. Gerade für Familien, die erst seit kurzer Zeit in Österreich leben, kann die Orientierung innerhalb des Systems eine Herausforderung sein.
Wenn die erste Chance ausbleibt

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Ein früher Berufseinstieg bedeutet mehr als eigenes Einkommen. Arbeit und Ausbildung schaffen soziale Kontakte, vermitteln praktische Fähigkeiten und geben Struktur. Sie ermöglichen finanzielle Unabhängigkeit und Planung. Bleibt diese Perspektive über längere Zeit aus, können sich Unsicherheit und Abhängigkeit verstärken.
Trotzdem wäre es falsch, von einer verlorenen Generation zu sprechen. Ausbildungswechsel, Pausen und neue Entscheidungen gehören zu vielen Lebensläufen. Entscheidend ist, ob Menschen nach Rückschlägen wieder Anschluss finden.
Integration bedeutet auch berufliche Entwicklung

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Die Debatte konzentriert sich häufig darauf, ob junge Menschen Arbeit finden. Ebenso wichtig ist, unter welchen Bedingungen sie arbeiten: Bietet eine Tätigkeit Sicherheit? Können Kenntnisse eingesetzt werden? Bestehen Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten?
Ein kurzfristiger Arbeitsplatz ist nicht automatisch eine dauerhafte Perspektive. Gelungene Integration muss die Qualität von Ausbildung und Beschäftigung berücksichtigen.
Eine Zukunft, die nicht vom Startpunkt abhängen sollte
Österreich braucht gut ausgebildete junge Menschen. Gleichzeitig benötigen junge Menschen die Gewissheit, dass Bildung und Engagement reale Möglichkeiten eröffnen. Die Unterschiede bei der NEET-Quote zeigen, dass solche Möglichkeiten nicht allen im gleichen Ausmaß zugänglich sind.
Eine gerechte Gesellschaft erkennt Potenzial nicht nur dort, wo ein Lebenslauf perfekt aussieht. Sie schafft auch Möglichkeiten für jene, deren Weg noch nicht geradlinig verlaufen ist.
QUELLEN
Statistik Austria: Migration & Integration 2025, NEET-Daten 2024.
Nationaler Bildungsbericht 2024.
Sozialministeriumservice: Jugendcoaching und AusbildungsFit.
